{"id":426,"date":"2020-09-11T21:01:00","date_gmt":"2020-09-11T19:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/?page_id=426"},"modified":"2020-09-18T22:38:42","modified_gmt":"2020-09-18T20:38:42","slug":"jude-als-schimpfwort","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/themenbereiche-nach-15-9-2020\/antisemitismus-in-alltag-und-sprache\/jude-als-schimpfwort\/","title":{"rendered":"&#8222;Jude&#8220; als Schimpfwort"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Fachliche Einfu\u0308hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum gerade Schimpfw\u00f6rter zum Thema machen?<br>Schimpfw\u00f6rter sind in der Lebenswelt von Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen allgegenw\u00e4rtig. Sie erfu\u0308llen ganz allgemein gesehen durchaus verst\u00e4ndliche Funktionen. Sie dru\u0308cken Unmut aus, verbalisieren Wut, sind Teil von Verteidigungsstrategien gegen andere und werden auch als Provokation verwendet. Au\u00dferdem sind sie Teil der Jugendkommunikation und gelten als hip und cool, wobei sie meist unreflektiert ge\u00e4u\u00dfert werden. Mit der Thematisierung im Unterricht kann man also direkt an die Lebenswelt der Jugendlichen anknu\u0308pfen. Durch eine Diskussion u\u0308ber inakzeptable Schimpfw\u00f6rter kann der Blick der Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf den diskriminierenden Inhalt gelenkt werden, der vorher meist nicht erkannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den problematischen Schimpfw\u00f6rtern geh\u00f6ren unter anderem solche, die bestimmte Ethnien abwerten oder auch bestimmte Gruppen von Menschen herabsetzen und damit Ungleichwertigkeitsvorstellungen<sup><a href=\"#fussnote\">1<\/a><\/sup> postulieren. Einfach gesagt: Mit der Verwendung dieser Schimpfw\u00f6rter geht die Annahme einher, dass es Menschen g\u00e4be, die weniger wert als andere seien. Im Modul sollen daher diskriminierende, antisemitische, rassistische und chauvinistische Schimpfw\u00f6rter behandelt werden.<br>Ein direktes Thematisieren von Antisemitismus kann nach unterschiedlichen Erfahrungen von P\u00e4dagogInnen\/MultiplikatorInnen unterschiedliche Probleme und Abwehrhaltungen mit sich bringen. Durch das hier gew\u00e4hlte Thema kann ohne das direkte Ansprechen von Antisemitismus ein Bewusstsein fu\u0308r antisemitische oder andere diskriminierende \u00c4u\u00dferungen geschaffen werden, ohne dass Antisemitismuskritik den Unterricht als Leitlinie u\u0308berschreibt. In der Diskussion sollte vor allem nachgefragt werden:<\/p>\n\n\n\n<p>Was macht dieses Wort zu einem inakzeptablen Schimpfwort?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\">Wichtiger Hinweis:<br>Dieses Modul sollten Sie <u>nur<\/u> dann verwenden, wenn Jude als Schimpfwort auch schon im Vorfeld von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen benutzt wurde und es in deren Alltag eine Rolle spielt. Ist dies nicht der Fall, nutzen Sie dieses Modul nicht zur antisemitismuskritischen Arbeit, da Sie nicht unn\u00f6tig Schimpfw\u00f6rter einfu\u0308hren sollten, die vorher noch nicht bekannt waren.<br>Trotzdem kann in diesem Fall das Modul fu\u0308r die Bearbeitung von Schimpfw\u00f6rtern mit anderen diskriminierenden Inhalten genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziele:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Der Blick der Teilnehmenden wird fu\u0308r problematische Schimpfw\u00f6rter gesch\u00e4rft, wodurch es ihnen m\u00f6glich ist, deren Verwendung zu hinterfragen.<\/li><li>Die Teilnehmenden sind bef\u00e4higt, u\u0308ber den Bedeutungsinhalt von Schimpfw\u00f6rtern zu reflektieren. Sie erkennen Vorurteile in Bezug auf bestimmte Gruppen von Menschen und nehmen damit einhergehende Widerspru\u0308che wahr.<\/li><li>Die Teilnehmenden erkennen, dass die gefundenen Zuschreibungen und Assoziationen, die mit dem entsprechenden Schimpfwort ausgedru\u0308ckt werden, nicht gruppencharakteristisch sind, sondern vielmehr individuelle Eigenschaften beschreiben. Sie nehmen eine individualisierende und differenzierende Sichtweise ein und erkennen (antisemitische) Gruppenkonstruktionen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<table id=\"tablepress-11\" class=\"tablepress tablepress-id-11\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Ablauf<\/th><th class=\"column-2\">Methode<\/th><th class=\"column-3\">Material<\/th><th class=\"column-4\">Zeitumfang<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Sammeln und Visualisieren<\/td><td class=\"column-2\">Brainstorming<\/td><td class=\"column-3\">\u2013 Karten, Stifte<br \/>\n\u2013 Tafel\/Whiteboard<\/td><td class=\"column-4\">15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Auswertungsdiskussion<\/td><td class=\"column-2\">Gruppendiskussion<\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\">ca. 30 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Zuordnung als Ergebnissicherung<\/td><td class=\"column-2\">Gruppendiskussion<\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\">15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-11 from cache -->\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><u>Wichtiger Hinweis:<\/u> Den Teilnehmenden ist Jude als Schimpfwort gel\u00e4ufig und in ihrem Umfeld wird das Wort als solches verwendet, trotzdem wird es in der Aufz\u00e4hlung nicht genannt.<br>Auch Sie als P\u00e4dagogin\/P\u00e4dagoge haben die M\u00f6glichkeit, ein Schimpfwort zu nennen und in die Tabelle aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ablauf:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1) Zum Einstieg thematisieren Sie Schimpfw\u00f6rter ganz allgemein. Fragen Sie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, aus welchen Gru\u0308nden und in welchen Situationen man Schimpfw\u00f6rter verwendet (siehe dazu Entscheidungshilfe). Im Anschluss sollen bekannte Schimpfw\u00f6rter genannt werden, die dann von der P\u00e4dagogin oder dem P\u00e4dagogen in eine vorbereitete mehrspaltige Tabelle (siehe unten) eingeordnet werden, wobei auch Doppeleintragungen m\u00f6glich sind. Die Tabelle bleibt bei der Schimpfw\u00f6rternennung vorerst ohne ausgefu\u0308llte Tabellenk\u00f6pfe. Die Teilnehmenden sollen dann entsprechend der von Ihnen vorgenommenen Zuordnung die Tabellenk\u00f6pfe erg\u00e4nzen und damit zutreffende Kategorien von Schimpfw\u00f6rtern finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispieltabelle:<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Tabelle kann entsprechend den genannten Schimpfw\u00f6rtern ver\u00e4ndert werden.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"478\" src=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_1-1024x478.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-424\" srcset=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_1-1024x478.jpg 1024w, https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_1-300x140.jpg 300w, https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_1-768x358.jpg 768w, https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_1.jpg 1312w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><u>Alternative:<\/u><\/strong> Je nach Gruppenkonstellation k\u00f6nnen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Sammeln und Zuordnen der Schimpfw\u00f6rter auch in Einzel- oder Gruppenarbeit mithilfe eines Arbeitsblattes vornehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>2) Im Anschluss wird offen diskutiert. Dabei fu\u0308hren Sie die Diskussion und steuern die Redebeitr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Fragen Sie zuerst nach Assoziationen, die mit dem Schimpfwort verbunden werden.<br><em>Was sagt dieses Schimpfwort aus bzw. welche beleidigenden Inhalte werden transportiert?<\/em> An den eigenen Ausgrenzungserfahrungen der Teilnehmenden kann die Stigmatisierung und Diskriminierung bei der Verwendung von Schimpfw\u00f6rtern verdeutlicht werden. Damit ru\u0308ckt die Position der Betroffenen in den Fokus. <em>Wie habt ihr euch gefu\u0308hlt, als ihr aufgrund eurer Herkunft oder \u00c4hnlichem beleidigt wurdet, und wie fu\u0308hlen sich demnach die anderen?<\/em><br><br>Dekonstruieren Sie eventuell vorhandene Vorurteile und Zuschreibungen, indem Sie universalistisch argumentieren und Bezu\u0308ge zur Alltagspraxis der Kinder und Jugendlichen herstellen (siehe Tabelle).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><u>Hilfe zur Diskussionsleitung<\/u><br>&#8211; Versuchen Sie in der Diskussion eine gewisse Widerspruchstoleranz zu entwickeln. Dabei gilt es, nicht moralisierend und konfrontativ auf die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einzuwirken. Dies hei\u00dft auch, Ihnen zuwiderlaufende \u00c4u\u00dferungen wie Vorurteile und verallgemeinernde Zuschreibungen auf unterschiedliche Gruppen von Menschen hinzunehmen und diese durch geschicktes Nachfragen zu irritieren. Vermeiden Sie es, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen als Antisemiten zu bezeichnen. Ein vorschnelles Etikettieren kann eine starke Abwehrreaktion hervorrufen, bis hin zur Diskussionsverweigerung. Daher w\u00e4re es besser, beispielsweise auf Gegenstimmen anderer zu warten. Seien Sie deshalb vorsichtig bei schnellen Negativzuschreibungen, fragen Sie noch einmal genau nach, wie das Gesagte gemeint war (aktives Zuh\u00f6ren). Gehen Sie mit Ihrer eigenen Meinung zuru\u0308ckhaltend um. Als Kommunikationshilfen empfehlen wir vorzugsweise die Formulierung von Ich-Botschaften anstatt von Du-Botschaften, um schwierige Gespr\u00e4chssituationen zu entsch\u00e4rfen.<br>&#8211; Es kann vorkommen, dass sich die Diskussion im Kreis dreht. Lenken Sie an dieser Stelle ein und unterbrechen Sie, indem Sie beispielsweise andere Aspekte einbringen. Redebeitr\u00e4ge sollten von Ihnen gesteuert werden, damit m\u00f6glichst viele zu Wort kommen und nicht ein Streitgespr\u00e4ch etwa unter nur zwei Beteiligten u\u0308berwiegt.<br>&#8211; Behalten Sie immer das Ziel der Diskussion im Auge und achten Sie auf ein gutes Zeitmanagement.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Versuchen Sie den Blick auch darauf zu lenken, wie der Absender des Schimpfwortes auf andere wirkt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beispiel: <em>Was sage ich u\u0308ber mich aus, wenn ich dieses Schimpfwort verwende?<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die u\u0308bergeordnete Frage nach diskriminierenden, antisemitischen, rassistischen und chauvinistischen Bedeutungen und deren Unannehmbarkeit sollte im Blick behalten werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beispiel: <em>Was macht das Schimpfwort &#8222;du Jude&#8220; zu einem inakzeptablen Schimpfwort?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 30 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>Methoden zur Dekonstruktion<\/p>\n\n\n\n<table id=\"tablepress-12\" class=\"tablepress tablepress-id-12\">\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Assoziationen, Zuschreibungen,<br \/>\nBeispiele<\/td><td class=\"column-2\"><u>\u2013 Argumentation auf Metaebene<br \/>\n\u2013 universalisierendes Fragen<\/u><\/td><td class=\"column-3\"><u>Transfer auf Alltagsbezu\u0308ge und pers\u00f6nliche Vorstellungen<\/u><\/td><td class=\"column-4\">Kontroverse oder lustige Thesen\/Beispiele zur Diskussion stellen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\"><em>\"Juden = gierig\"<\/em><\/td><td class=\"column-2\">\"Ist das Streben nach Wohlstand und damit Gier nicht allen Menschen eigen?\"<\/td><td class=\"column-3\">\"Gab es Situationen, in denen ihr gierig wart?\"<br \/>\n\u2013 mit konkreten Alltagsbeispielen untermauern, zum Beispiel Drang nach der neuesten\/teuersten Technik (Computer, Handy usw.)<\/td><td class=\"column-4\">\"Kann sich jeder hier freisprechen von Gier?\"<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\"><em>\"Juden = Opfer = Verlierer, Synonym fu\u0308r schwach, uncool\"<\/em><br \/>\n<br \/>\n<em>\"\u201eJuden = Holocaustopfer\"<\/em><\/td><td class=\"column-2\">Ist Schw\u00e4che etwas absolut Schlechtes?<br \/>\nVielleicht liegt in dem Zeigen von Schw\u00e4che gerade die St\u00e4rke einer Person gegenu\u0308ber dem, der seine Schw\u00e4chen nicht eingestehen will.<br \/>\n<br \/>\n\"Sind alle Deutschen Nazis?\"<\/td><td class=\"column-3\">\"In welchen Situationen habt ihr Schw\u00e4che gezeigt\/wart ihr Verlierer?\"<br \/>\n\"Seid ihr dadurch schlechtere Menschen?\"<\/td><td class=\"column-4\">\"Kann es sein, dass damit der schlechte Versuch einhergeht, die eigenen Schw\u00e4chen zu kompensieren?\"<br \/>\n<br \/>\n\"Sollte einem Opfer nicht Empathie entgegengebracht werden?\"<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\"><em>\"Juden = reich, haben Geld, sind Bankiers\"<\/em><\/td><td class=\"column-2\">\"Hat der Besitz von Geld etwas mit der Religion oder Ethnie zu tun?\"<\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\">\"Alle Schweizer sind reich!\"<br \/>\nBeispiel: Joseph Ackermann ist reich\/Banker.<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\"><em>\"Juden\/Israelis = Kriegstreiber\/Kinderm\u00f6rder\"<\/em><\/td><td class=\"column-2\">\"Waren alle Deutschen fu\u0308r den Krieg in Afghanistan?\"<br \/>\n\"Befu\u0308rworten alle Deutschen, auch die, die im Ausland leben, die deutsche Politik?\"<\/td><td class=\"column-3\">\"Stimmt der Ruf der Klasse oder der Ruf eines Stadtteils mit dem Einzelnen u\u0308berein?\"<\/td><td class=\"column-4\">\"\u201eAlle Gorbitzer sind Assis?\"<br \/>\n<br \/>\n\ud83d\ude42<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\"><em>\"Polen = klauen Auto\"<\/em><\/td><td class=\"column-2\">\"Gibt es Grenzkriminalit\u00e4t auch an anderen Grenzen?\"<br \/>\nBeispiel: Wirtschaftskriminalit\u00e4t im Bereich der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz<\/td><td class=\"column-3\"><\/td><td class=\"column-4\">\"Wu\u0308rden mir alle zustimmen, wenn ich sage: Alle, die Autos klauen, sind Polen!\"<br \/>\n<br \/>\n\ud83d\ude42<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-12 from cache -->\n\n\n\n<p><strong><u>Alternative<\/u><\/strong>: Offene Diskussionen bergen Schwierigkeiten bei gro\u00dfen Gruppen oder wenn die Teilnehmenden die wesentlichen Diskussionsregeln noch nicht kennen.<br>Je nach Gruppenart k\u00f6nnen Sie die Diskussion nur auf Schimpfw\u00f6rter der ersten Spalte (Kategorie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) eingrenzen oder Vergleiche der unterschiedlichen Schimpfwortkategorien in die Gruppendiskussion miteinbeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie k\u00f6nnen auch alternativ die halboffene Diskussionsform w\u00e4hlen und eine Diskussion u\u0308ber &#8222;Schubladendenken&#8220; anregen. Dazu wird das Schimpfwort &#8222;du Jude&#8220; und ein weiteres auf einen Zettel geschrieben und der Reihe nach weitergegeben. Nacheinander sagt jeder Diskussionsteilnehmer und jede Diskussionsteilnehmerin ihre\/seine Meinung, beginnend mit:<br>Beispiel: <em>&#8222;Mit dem Schimpfwort du Jude\/Polacke wird ausgesagt, dass \u2026&#8220;<\/em><br>Hier werden spontan Assoziationen gesammelt und im Anschluss diskutiert.<br>Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass jeder zu Wort kommt, ohne das sofort eine hitzige Diskussion aufkommt.<\/p>\n\n\n\n<p>3) Ergebnissicherung<br>Abschlie\u00dfend sollten die Ergebnisse der Diskussion festgehalten werden. Dabei ist hervorzuheben, dass genannte Assoziationen und Zuschreibungen auf unterschiedliche Individuen zutreffen und diese nicht im Zusammenhang mit ihrer vermeintlichen Gruppenzugeh\u00f6rigkeit stehen. Zur Visualisierung kann auch schon w\u00e4hrend der Diskussion ein Schaubild\/eine Rangliste (siehe unten) angefertigt und laufend erg\u00e4nzt werden. Die entsprechenden Zuordnungen sollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eigenst\u00e4ndig vornehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Weiter gedacht<\/u><\/strong> kann aus dieser von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen aufgestellten Liste auch ein allgemeiner Verhaltenskatalog bzw. ein Leitbild fu\u0308r den erwu\u0308nschten Umgang miteinander erstellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel: Schaubild\/Rangliste<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"874\" height=\"587\" src=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-425\" srcset=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_2.jpg 874w, https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_2-300x201.jpg 300w, https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/schimpfwoerter_2-768x516.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 874px) 100vw, 874px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur und weiterfu\u0308hrende Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Radvan, Heike: P\u00e4dagogisches Handeln und Antisemitismus: eine empirische Studie zu Beobachtungs- und Interventionsformen in der offenen Jugendarbeit. \u2013 Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, 2010<\/li><li><a href=\"http:\/\/bs-anne-frank.de\/fileadmin\/user_upload\/Slider\/Publikationen\/Broschuere_Weltbild_Antisemitismus.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bs-anne-frank.de\/fileadmin\/user_upload\/Slider\/Publikationen\/Broschuere_Weltbild_Antisemitismus.pdf<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/187421\/bildungsarbeit-in-der-auseinandersetzung-mit-gegenwaertigem-antisemitismus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/187421\/bildungsarbeit-in-der-auseinandersetzung-mit-gegenwaertigem-antisemitismus<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n<p id=\"fussnote\"><sup>1<\/sup>Vgl. Zick, Andreas u. a.: Die Abwertung der Anderen: eine europ\u00e4ische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung. Eine Analyse im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, Projekt \u201eAuseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus\u201c. Berlin, 2011, S. 42 ff.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachliche Einfu\u0308hrung Warum gerade Schimpfw\u00f6rter zum Thema machen?Schimpfw\u00f6rter sind in der Lebenswelt von Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen allgegenw\u00e4rtig. Sie erfu\u0308llen ganz allgemein gesehen durchaus verst\u00e4ndliche Funktionen. Sie dru\u0308cken Unmut aus, verbalisieren Wut, sind Teil von Verteidigungsstrategien gegen andere und werden auch als Provokation verwendet. 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