{"id":528,"date":"2020-09-13T17:58:36","date_gmt":"2020-09-13T15:58:36","guid":{"rendered":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/?page_id=528"},"modified":"2020-09-15T10:33:32","modified_gmt":"2020-09-15T08:33:32","slug":"das-sind-doch-bloss-durchgeknallte-spinner","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/themenbereiche-nach-15-9-2020\/sekunda%cc%88rer-antisemitismus\/das-sind-doch-bloss-durchgeknallte-spinner\/","title":{"rendered":"&#8222;Das sind doch blo\u00df durchgeknallte Spinner\u2026&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h1>Formen des Umgangs mit Holocaustleugnung<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Fachliche Einfu\u0308hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist Holocaustleugnung?<br>Holocaustleugnung ist eine ausgesprochen radikale Form des sekund\u00e4ren Antisemitismus, der auch als &#8222;Entlastungs- oder Schuldabwehr-Antisemitismus&#8220; bezeichnet wird. Der Holocaust mit seinen etwa 6 Millionen ju\u0308dischen Opfern und den mindestens einer Million ermordeten Sinti und Roma verhindert auch 70 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges eine rein positive Identifikation mit der deutschen Nationalgeschichte. Als Holocaustleugnung \u2013 auch als Holocaustrevisionismus bezeichnet \u2013 gilt jede Behauptung, dass der industriem\u00e4\u00dfig organisierte Massenmord an den Juden durch die Nationalsozialisten und ihre Komplizen in den von den Deutschen besetzten Gebieten bzw. L\u00e4ndern nicht stattgefunden habe. Weitere Merkmale sind die Leugnung oder das Anzweifeln der T\u00f6tungsformen (Gaskammern, Massenerschie\u00dfungen etc.) und\/oder der Vors\u00e4tzlichkeit des V\u00f6lkermordes. Oft treten bei dem Ph\u00e4nomen der Holocaustleugnung antisemitische Verschw\u00f6rungsfantasien auf. In diesem Fall behaupten die Leugner, dass der Holocaust das Ergebnis einer Verschw\u00f6rung der Juden sei, um daraus politische und finanzielle Vorteile zu ziehen. Wie in der Grafik von Statista, die auf der Eurobarometer-Umfrage beruht, ersichtlich ist (ver\u00f6ffentlicht im November 2019), ist fu\u0308r 71 Prozent der befragten Deutschen das Thema &#8222;Leugnung des Holocaust&#8220; ein ziemlich wichtiges bzw. ein sehr wichtiges Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff Holocaust kommt aus dem Griechischen und bedeutet &#8222;vollst\u00e4ndig verbrannt\/Brandopfer&#8220;. In Israel und im Judentum wird h\u00e4ufiger der Begriff Schoah, aus dem Hebr\u00e4ischen fu\u0308r &#8222;Katastrophe, Zerst\u00f6rung, gro\u00dfes Unglu\u0308ck&#8220;, verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><u>Wichtiger Hinweis:<\/u><br>Das Modul setzt sich nicht damit auseinander, ob es den Holocaust gegeben hat. Der Holocaust ist der weltweit am umfangreichsten dokumentierte Genozid, es existieren zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, Erfahrungsberichte der \u00dcberlebenden und Aussagen der T\u00e4ter. Der Inhalt des Moduls ist eine m\u00f6gliche Form der kritischen Auseinandersetzung und des Umgangs mit Holocaustleugnung, die als eine extreme Erscheinungsform des Antisemitismus gilt.<br>Wir empfehlen, dieses Modul nicht zu verwenden, wenn Sie davon ausgehen, dass es Teilnehmende mit verfestigten holocaustleugnenden Meinungen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><u>Weiterfu\u0308hrende Links:<\/u><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/19902\/so-praesent-ist-antisemitismus-in-deutschland\/\" target=\"_blank\">https:\/\/de.statista.com\/infografik\/19902\/so-praesent-ist-antisemitismus-in-deutschland\/<\/a> (abgerufen 19.12.2019)<\/li><li>Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)<\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/unesdoc.unesco.org\/in\/rest\/annotationSVC\/getExportFile\/b6255f13-42b6-4fe3-9df4-acdd0666b7db?notAttachment=true\" target=\"_blank\">https:\/\/unesdoc.unesco.org\/in\/rest\/annotationSVC\/getExportFile\/b6255f13-42b6-4fe3-9df4-acdd0666b7db?notAttachment=true<\/a> (abgerufen 19.12.2019)<\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.h-ref.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.h-ref.de\/<\/a>, erg\u00e4nzend dazu: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/lernen-aus-der-geschichte.de\/Lernen-und-Lehren\/content\/8978\/2010-11-08-Webportal-Holocaust-Referenz\" target=\"_blank\">http:\/\/lernen-aus-der-geschichte.de\/Lernen-und-Lehren\/content\/8978\/2010-11-08-Webportal-Holocaust-Referenz<\/a><\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.judentum-projekt.de\/geschichte\/nsverfolgung\/auschwitzluege\/index.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.judentum-projekt.de\/geschichte\/nsverfolgung\/auschwitzluege\/index.html<\/a><\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/rechtsextremismus\/41342\/holocaustleugnung\" target=\"_blank\">http:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/rechtsextremismus\/41342\/holocaustleugnung<\/a><\/li><li>(alle abgerufen 19.12.2019)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><u>Literatur:<\/u><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Lipstadt, Deborah: Der neue Antisemitismus. Mu\u0308nchen: Berlin Verlag, 2018.<\/li><li>Lipstadt, Deborah: Leugnen des Holocaust: Rechtsextremismus mit Methode. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1996.<\/li><li>Vidal-Naquet, Pierre: Die Schl\u00e4chter der Erinnerung: Essays u\u0308ber den Revisionismus. Wien: WUV, 2002.<\/li><li>Benz, Wolfgang u. a. (Hrsg.): Legenden, Lu\u0308gen, Vorurteile: ein Lexikon zur Zeitgeschichte. Mu\u0308nchen: Moos, 1990.<\/li><li>Die Auschwitzleugner: &#8222;revisionistische&#8220; Geschichtslu\u0308ge und historische Wahrheit. Berlin: Elefanten Press, 1996.<\/li><li>Wahrheit und Auschwitzlu\u0308ge: zur Bek\u00e4mpfung &#8222;revisionistischer&#8220; Propaganda. Wien: Deuticke, 1995.<\/li><li>Mentel, Christian: &#8222;Auschwitz muss fallen \u2026&#8220; Die Negation des Holocaust und die extreme Rechte in der Bundesrepublik, Dokserver des Zentrums fu\u0308r Zeithistorische Forschung Potsdam, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.14765\/zzf.dok.1.1148\" target=\"_blank\">http:\/\/dx.doi.org\/10.14765\/zzf.dok.1.1148<\/a><\/li><li>Mentel, Christian: Die Geschichtsf\u00e4lscher, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2017\/03\/holocaust-leugner-antisemitismus-rechtsextremismus\" target=\"_blank\">https:\/\/www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2017\/03\/holocaust-leugner-antisemitismus-rechtsextremismus<\/a> (abgerufen 19.12.2019)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ziele:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Teilnehmenden sind bef\u00e4higt, sich argumentativ mit den unterschiedlichen M\u00f6glichkeiten des Umgangs mit Holocaustleugnung auseinanderzusetzen.<\/li><li>Die Teilnehmenden werden fu\u0308r das Thema Holocaustleugnung in seinen verschiedenen Facetten sensibilisiert.<\/li><li>Die Teilnehmenden lernen fundierte Informationsquellen kennen, zum Beispiel die Seite &#8222;Holocaust-Referenz&#8220;, um in der Auseinandersetzung mit Holocaustleugnern argumentativ gest\u00e4rkt zu sein.<\/li><li>Die Teilnehmenden setzen sich mit der Frage auseinander, warum es in den heutigen Zeiten des Internets so wichtig ist, sich mit dem Thema Holocaustleugnung und seinen Auswirkungen weltweit zu besch\u00e4ftigen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><u>Wichtiger Hinweis:<\/u><br><strong>Zielgruppe:<\/strong><br>Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308ler der Klasse 11 und 12, Erwachsene<br><strong>Voraussetzungen:<\/strong><br>Die Teilnehmenden haben den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust behandelt, sodass Wissen u\u0308ber den Holocaust vorausgesetzt werden kann.<br>Die Teilnehmenden sollten grunds\u00e4tzlich am Thema interessiert sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurzablauf:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<table id=\"tablepress-17\" class=\"tablepress tablepress-id-17\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Ablauf<\/th><th class=\"column-2\">Methode<\/th><th class=\"column-3\">Material<\/th><th class=\"column-4\">Zeitumfang<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Einstieg<\/td><td class=\"column-2\">Vortrag, Fragerunde Einteilung in drei Gruppen<\/td><td class=\"column-3\">Whiteboard\/Tafel<\/td><td class=\"column-4\">ca. 10 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Gruppenarbeit<\/td><td class=\"column-2\">Material lesen<br \/>\nVorbereitung auf die Diskussion<\/td><td class=\"column-3\">Arbeitsbl\u00e4tter<\/td><td class=\"column-4\">ca. 10 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Diskussion<\/td><td class=\"column-2\">Jede Gruppe argumentiert zu den Vor- und Nachteilen ihrer Form des Umgangs mit Holocaustleugnung<\/td><td class=\"column-3\">Whiteboard\/Tafel<\/td><td class=\"column-4\">ca. 15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Ergebnissicherung, Abschluss<\/td><td class=\"column-2\">Zusammenfassung, Abfrage der eigenen Standpunkte der Teilnehmenden,<br \/>\nVorstellung der Seite \u201eHolocaust-Referenz\u201c<\/td><td class=\"column-3\">Laptop und Beamer<\/td><td class=\"column-4\">ca. 10 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-17 from cache -->\n\n\n\n<p><strong>Ablauf:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1) Fragen Sie die Teilnehmenden, ob sie schon in Kontakt mit Holocaustleugnung gekommen sind und wenn ja, in welcher Form. Wenn die Lehrkraft vorher ein eigenes Erlebnis dazu schildern kann, w\u00e4re das ein guter Einstieg.<br>Danach gibt die Lehrkraft einen kurzen Einblick in das Thema Holocaustleugnung.<br>Die Teilnehmenden tragen zusammen, welche M\u00f6glichkeiten es gibt, mit Holocaustleugnung umzugehen: 1. Ignorieren; 2. Diskussion mit den Leugnern; 3. Beweisen, dass Holocaustleugner lu\u0308gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 10 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>2) Teilen Sie die Teilnehmenden willku\u0308rlich in drei Gruppen ein. Die Mitglieder jeder Gruppe erhalten ein Arbeitsblatt und sammeln Argumente, die die These ihrer Gruppe fu\u0308r den richtigen Umgang mit Holocaustleugnung untermauern. Auch Nachteile k\u00f6nnen benannt werden. Geben Sie den einzelnen Gruppen n\u00f6tigenfalls Anregungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 10 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>3) Jede Gruppe hat die Gelegenheit (entweder wird ein Sprecher gew\u00e4hlt oder alle Gruppenmitglieder haben die M\u00f6glichkeit zu sprechen), ihre Argumente vorzutragen. Die Mitglieder der anderen Gruppen k\u00f6nnen darauf mit Gegenargumenten reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>4) Jetzt haben die Teilnehmenden die M\u00f6glichkeit, ihre pers\u00f6nliche Meinung zum Umgang mit Holocaustleugnung zu \u00e4u\u00dfern, unabh\u00e4ngig davon, in welcher der drei Gruppen sie waren.<br>Stellen Sie den Teilnehmenden die Seite &#8222;Holocaust-Referenz&#8220; vor.<br>Wenn Zeit und Interesse besteht, kann die Historikerin Deborah Lipstadt, ihr Buch und\/oder das Video mit ihr vorgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 10 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arbeitsbl\u00e4tter<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Gruppe-1.pdf\" target=\"_blank\">Gruppe 1<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Gruppe-2.pdf\" target=\"_blank\">Gruppe 2<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Gruppe-3.pdf\" target=\"_blank\">Gruppe 3<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Lehrkra\u0308fte-Gruppe-1.pdf\" target=\"_blank\">Lehrkr\u00e4fte Gruppe 1<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Lehrkra\u0308fte-Gruppe-2.pdf\" target=\"_blank\">Lehrkr\u00e4fte Gruppe 2<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Arbeitsblatt-Lehrkra\u0308fte-Gruppe-3.pdf\" target=\"_blank\">Lehrkr\u00e4fte Gruppe 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steckbrief zu Deborah Lipstadt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die 1947 in New York geborene Historikerin ist eine der renommiertesten ForscherInnen zum Holocaust weltweit.<br>1993 gab sie die erste wissenschaftliche Monografie zur Holocaustleugnung heraus: &#8222;Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory&#8220;.<br>In der Bundesrepublik erschien das Buch 1994 unter dem Titel &#8222;Leugnen des Holocaust: Rechtsextremismus mit Methode&#8220;.<br>Dieses wissenschaftliche Werk wurde weltweit mit einer ungew\u00f6hnlich gro\u00dfen Aufmerksamkeit bedacht. Deborah Lipstadt stellt darin die Ergebnisse ihrer jahrelangen Besch\u00e4ftigung mit den Lu\u0308gen und Halbwahrheiten international bekannter Holocaustleugner vor. Fundiert analysiert und widerlegt sie die Argumentationen der Holocaustleugner. Dieses Standardwerk ist auch in der Gegenwart unverzichtbar bei der Auseinandersetzung mit dem internationalen Ph\u00e4nomen der Holocaustleugnung.<br>Im September 1996 verklagte David Irving, ein britischer Holocaustleugner und Geschichtsrevisionist, Deborah Lipstadt vor einem Londoner Gericht wegen Beleidigung, u\u0308bler Nachrede und Gesch\u00e4ftssch\u00e4digung.<br>Nach britischem Recht muss in einem solchen Verfahren nicht der Kl\u00e4ger die Richtigkeit seiner Anschuldigungen beweisen, sondern der Beklagte muss seine Unschuld beweisen. Am 11.04.2000 erfolgte der Urteilsspruch, die Klage Irvings wurde abgewiesen und Deborah Lipstadt in allen entscheidenden Punkten Recht gegeben.<br>2016 kam die US-amerikanisch-britische Filmproduktion &#8222;Verleugnung&#8220; in die Kinos, die diesen Prozess zum Inhalt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Video mit Deborah Lipstadt:<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ted.com\/talks\/deborah_lipstadt_behind_the_lies_of_holocaust_denial?language=de\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ted.com\/talks\/deborah_lipstadt_behind_the_lies_of_holocaust_denial?language=de<\/a><br>(abgerufen 19.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es nicht m\u00f6glich ist, das gesamte Video (circa 15 Minuten) zu zeigen, empfehlen wir das Zeigen ab Minute 8:17 (Laufzeit dann noch circa 7 Minuten).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit w\u00e4re, das Video oder Teile davon ohne deutsche Untertitel im Englischunterricht zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Holocaustleugnung ist in der Bundesrepublik Deutschland strafbar.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__130.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__130.html<\/a> (abgerufen 19.12.2019)<br>Einige Kernaussagen des Artikels von Philipp Daum: Alles u\u0308ber Paragraf 130 III StGB: Gesetz gegen Holocaustleugnung<br>h<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"\/\/taz.de\/Gesetz-gegen-Holocaustleugnung\/!5457020\/\" target=\"_blank\">ttps:\/\/taz.de\/Gesetz-gegen-Holocaustleugnung\/!5457020\/<\/a> (abgerufen 19.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leugnung des Holocaust ist laut Paragraf 130 Absatz 3 StGB ein Meinungsdelikt.<\/p>\n\n\n\n<p>Artikel 5 des Grundgesetzes schu\u0308tzt die Meinungsfreiheit, fu\u0308r die es aber drei Schranken gibt. Die entscheidende ist im Fall der Holocaustleugnung die Verletzung der Wu\u0308rde der Opfer und ihrer Angeh\u00f6rigen. Grund fu\u0308r die alleinige Nennung des Holocaust als V\u00f6lkermord im Gesetz ist die Auffassung, dass der Holocaust das\/ein (?) singul\u00e4res Ereignis der deutschen Geschichte ist. Strafbar sind neben der Leugnung auch die Verharmlosung und Relativierung. Das Gesetz stellt die \u00f6ffentliche Leugnung unter Strafe, die bei der kleinen Versammlung anf\u00e4ngt. Aussagen in den Medien geh\u00f6ren selbstredend dazu. Es wird zwischen &#8222;einfacher&#8220; und &#8222;qualifizierter&#8220; Holocaustleugnung unterschieden. Letztere wird etwa durch die Behauptung untermauert, &#8222;dass die Juden hinter dem Holocaust stecken, um Geld zu erpressen oder sonstwie die Weltherrschaft zu erlangen&#8220; (Philipp Daum).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leugnung der NS-Verbrechen und des Holocaust wird weltweit in den einzelnen Staaten unterschiedlich gehandhabt. In den USA, in Gro\u00dfbritannien und in den skandinavischen L\u00e4ndern ist Holocaustleugnung nicht strafbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Fortfu\u0308hrend zum taz-Artikel k\u00f6nnte unseres Erachtens eine Erkl\u00e4rung fu\u0308r den rechtlichen Umgang mit Holocaustleugnung in den USA (wo die Meinungsfreiheit ein sehr hohes Gut und am st\u00e4rksten geschu\u0308tzt ist) und in Gro\u00dfbritannien der Umstand sein, dass auf ihren Territorien keine Judenverfolgung und -vernichtung stattgefunden hat. In den skandinavischen L\u00e4ndern waren aus verschiedenen Gru\u0308nden die Opferzahlen im Vergleich zu den kontinentaleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern deutlich geringer.<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bpb.de\/fsd\/centropa\/ermordete_juden_nach_land.php\" target=\"_blank\">https:\/\/www.bpb.de\/fsd\/centropa\/ermordete_juden_nach_land.php<\/a><br>(abgerufen 19.12.2019)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Formen des Umgangs mit Holocaustleugnung Fachliche Einfu\u0308hrung Was ist Holocaustleugnung?Holocaustleugnung ist eine ausgesprochen radikale Form des sekund\u00e4ren Antisemitismus, der auch als &#8222;Entlastungs- oder Schuldabwehr-Antisemitismus&#8220; bezeichnet wird. Der Holocaust mit seinen etwa 6 Millionen ju\u0308dischen Opfern und den mindestens einer Million ermordeten Sinti und Roma verhindert auch 70 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges eine rein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":638,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/528"}],"collection":[{"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=528"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/528\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":546,"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/528\/revisions\/546"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}