{"id":558,"date":"2020-09-13T22:21:52","date_gmt":"2020-09-13T20:21:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/?page_id=558"},"modified":"2024-11-19T13:06:10","modified_gmt":"2024-11-19T12:06:10","slug":"es-muss-doch-auch-mal-schluss-sein-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/themenbereiche-nach-15-9-2020\/sekunda%cc%88rer-antisemitismus\/es-muss-doch-auch-mal-schluss-sein-2\/","title":{"rendered":"&#8222;Es muss doch auch mal Schluss sein&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Fachliche Einfu\u0308hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist sekund\u00e4rer Antisemitismus?<\/p>\n\n\n\n<p>Sekund\u00e4rer Antisemitismus, auch &#8222;Entlastungsantisemitismus&#8220; oder &#8222;Antisemitismus wegen Auschwitz&#8220; genannt, hat sich als besondere Form des Antisemitismus im Nachkriegsdeutschland entwickelt und steht in einem engen Zusammenhang mit der Diskrepanz zwischen der Konfrontation mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Wunsch, nicht daran erinnert zu werden.<br>Die Erinnerung an den Holocaust steht einer rein positiven Identifikation mit der deutschen Nationalgeschichte im Weg und wirft schlie\u00dflich auch die Frage auf, ob die Bedingungen, die den Nationalsozialismus und Auschwitz m\u00f6glich gemacht haben, bis heute in Deutschland weiter existieren. Der sekund\u00e4re Antisemitismus ist Ausdruck einer Abwehr gegen diese Erinnerung und spiegelt den Wunsch wider, sich subjektiv und kollektiv von Verantwortung und Scham zu entlasten. Dabei werden auch immer alte antisemitische Vorurteile reproduziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Schuldabwehr werden oft verschiedene Entschuldungsmuster entwickelt. Dazu z\u00e4hlen Vorstellungen, die Juden h\u00e4tten keinen Widerstand gegen ihre Verfolgung und Ermordung geleistet oder h\u00e4tten selbst zum Erstarken des Antisemitismus in der Zeit des Nationalsozialismus und davor beigetragen. Ein weiterer Abwehrmechanismus ist die Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen, zum Beispiel durch Betonung und Hervorhebung von nicht ju\u0308dischen deutschen Opfern (Bombardierung deutscher St\u00e4dte, Vertreibungen, Kriegsleiden), aber auch die Gleichsetzung der Politik Israels bezu\u0308glich des Konflikts mit den Pal\u00e4stinensern mit dem Nationalsozialismus. Als extreme Form kann der Holocaustrevisionismus gelten. Erkennbar ist ebenfalls der h\u00e4ufige Versuch einer T\u00e4ter-Opfer-Umkehr. Den Juden wird dabei vorgeworfen, sie wu\u0308rden, angetrieben durch Rachsucht, Geldgier und Machtstreben, den Holocaust fu\u0308r ihre Zwecke instrumentalisieren und wu\u0308rden die Deutschen mit der &#8222;Moralkeule Auschwitz&#8220; einfach nicht in Ruhe lassen. So wird auch suggeriert, dass nur durch den &#8222;ju\u0308dischen Einfluss in der Welt&#8220; der Holocaust noch Thema w\u00e4re und die Juden durch ihr &#8222;Wesen&#8220; eine Mitschuld am Holocaust gehabt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Muster mu\u0308nden letztlich in der Forderung, doch endlich einen &#8222;Schlussstrich&#8220; unter die Geschichte des Nationalsozialismus und den Holocaust zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziele:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Teilnehmenden sind bef\u00e4higt, sich argumentativ mit Schlussstrichforderungen bezu\u0308glich der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust auseinanderzusetzen.<\/li><li>Die Teilnehmenden reflektieren Geschichtsbilder und -identifikationen sowie Motivationen fu\u0308r die Abgrenzung von negativen oder unbequemen Ereignissen und Personen der Geschichte und erkennen Geschichte als Gesamtheit aller negativen und positiven Ereignisse.<\/li><li>Die Teilnehmenden nehmen eine differenzierende und individualisierende Sichtweise auf Gruppenkonstruktionen in der deutschen Erinnerungskultur bezu\u0308glich des Nationalsozialismus ein (zum Beispiel &#8222;die Deutschen&#8220;, &#8222;die Juden&#8220;, &#8222;die Opfer&#8220;, &#8222;die T\u00e4ter&#8220;).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Kurzablauf:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<table id=\"tablepress-18\" class=\"tablepress tablepress-id-18\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Ablauf<\/th><th class=\"column-2\">Methode<\/th><th class=\"column-3\">Material<\/th><th class=\"column-4\">Zeitumfang<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Zeitstrahl<\/td><td class=\"column-2\">Brainstorming und Diskussion in Kleingruppen<\/td><td class=\"column-3\">Tafel\/Whiteboard<br \/>\noder<br \/>\ngro\u00dfes Blatt Papier<\/td><td class=\"column-4\">ca. 15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Stra\u00dfeninterviews und Statements<\/td><td class=\"column-2\">Video\/schriftliche Statements<br \/>\nGruppenarbeit<\/td><td class=\"column-3\">Arbeitsblatt<br \/>\nTafel\/Whiteboard<\/td><td class=\"column-4\">ca. 15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Zusammenfu\u0308hrung<\/td><td class=\"column-2\">Gruppenarbeit und Diskussion<\/td><td class=\"column-3\">Tafel\/Whiteboard<\/td><td class=\"column-4\">ca. 15 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Abschlussdiskussion<\/td><td class=\"column-2\">Offene Diskussion<\/td><td class=\"column-3\">eventuell Tafel\/Whiteboard<\/td><td class=\"column-4\">ca. 10 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-18 from cache -->\n\n\n\n<p><strong>Ablauf:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1) Zum Einstieg bereiten Sie einen leeren Zeitstrahl vor (zum Beispiel an der Tafel). Teilen Sie die Teilnehmenden zun\u00e4chst in Gruppen von circa 5 Personen ein. Die Teilnehmenden sollen sich in den Gruppen auf drei ihrer Meinung nach wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte einigen. Fragen Sie danach die Ergebnisse ab und halten Sie diese auf dem Zeitstrahl fest. Lassen Sie die Ergebnisse stehen und teilen Sie den Teilnehmenden mit, dass Sie sp\u00e4ter noch einmal darauf zuru\u0308ckkommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>2) Im Anschluss thematisieren Sie Schlussstrichforderungen. Dazu eignen sich Statements von Pers\u00f6nlichkeiten aus Politik und Kultur oder auch aus Stra\u00dfeninterviews, in denen Schlussstrichforderungen oder eine ablehnende Haltung gegenu\u0308ber der Besch\u00e4ftigung mit der Geschichte des Nationalsozialismus ge\u00e4u\u00dfert werden. Teilen Sie die Statements als Handouts an die Teilnehmenden aus bzw. spielen Sie die einzelnen Videos der Stra\u00dfeninterviews ab. Die Teilnehmenden sollen nun die Hauptaussagen und die dazugeh\u00f6rigen Begru\u0308ndungen herausarbeiten. Geben Sie dazu circa 10 Minuten Zeit. Die Aufgabe sollte in Gruppenarbeit erledigt werden, die einzelnen Statements sollten dabei auf die Gruppen aufgeteilt werden. Ein Muster fu\u0308r ein Arbeitsblatt, das auch der Ergebnissicherung dienen kann, finden Sie <a href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Muster-Arbeitsblatt.docx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. Lassen Sie danach die Ergebnisse aus den Gruppen zusammentragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispieltexte und Videos:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i> Stra\u00dfeninterviews<\/p>\n\n\n\n<p>Statements:<br><a href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Sek-AS-1.webm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video 1<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Strasseninterview-1.pdf\" target=\"_blank\">Textversion<\/a><br><a href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Sek-AS-2.webm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video 2<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Strasseninterview-2.pdf\" target=\"_blank\">Textversion<\/a><br><a href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Sek-AS-3.webm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video 3<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Strasseninterview-3.pdf\" target=\"_blank\">Textversion<\/a><br><a href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Sek-AS-4.webm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video 4<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/hatikva.de\/schlussstrich\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Strasseninterview-4.pdf\" target=\"_blank\">Textversion<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i> Martin Hohmann (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Hohmann\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Hohmann<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Meine Damen und Herren, viele Menschen fordern uns als Deutsche auf, langsam den Mut zu fassen, unseren Freunden zu sagen: Mehr als zwei Generationen nach diesem riesigen Verbrechen fu\u0308hlen wir uns sozusagen resozialisiert. Warum? Kein Land hat Verbrechen in seiner Geschichte aufgearbeitet und bereut, Entsch\u00e4digung und Wiedergutmachung geleistet wie wir. Nach christlichen Ma\u00dfst\u00e4ben folgt auf Su\u0308nde, Reue und Wiedergutmachung das Verzeihen. Freilich, das Verzeihen kann man nicht erzwingen. Aber von Freunden darf man es erwarten. Fast drei Generationen Bu\u00dfzeit bis heute. Es sollten nicht sechs oder sieben werden. Insofern w\u00e4re das Mahnmal auch monumentaler Ausdruck der Unf\u00e4higkeit, uns selbst zu verzeihen.&#8220;<\/em><br>(Aus Martin Hohmanns Rede im Bundestag am 25. Juni 1999)<\/p>\n\n\n\n<p><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i> Martin Walser (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Walser\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Walser<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unverg\u00e4ngliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. [\u2026] Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, mu\u00df ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. [\u2026] Wenn ich merke, da\u00df sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf Motive hin abzuh\u00f6ren, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu k\u00f6nnen, da\u00df \u00f6fter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendu\u0308rfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenw\u00e4rtigen Zwecken. [\u2026] Das f\u00e4llt mir ein, weil ich jetzt wieder vor Ku\u0308hnheit zittere, wenn ich sage: Auschwitz eignet sich nicht dafu\u0308r, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschu\u0308chterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtu\u0308bung.&#8220;<\/em><br>(Aus der Dankesrede von Martin Walser zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998)<\/p>\n\n\n\n<p><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i> Franz Josef Strauss<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr h\u00f6ren zu wollen.&#8220;<\/em><br>(Zitat in der Frankfurter Rundschau, 13. September 1969)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><strong>Der moralisch u\u0308berlegene Lehrer<\/strong><br>Lehrerinnen und Lehrer nehmen in der Regel in der Institution Schule die Rolle eines Wissenden ein, der den &#8222;Unwissenden&#8220; bzw. den unzureichend Wissenden etwas vermittelt. Die Lehrenden stehen symbolisch fu\u0308r die Institution und werden mit dieser identifiziert. Dies wird auch auf die Themen u\u0308bertragen, die sie vermitteln. Die Lehrenden erscheinen so oft in einer Position des moralisch \u00dcberlegenen, gegenu\u0308ber den moralisch defizit\u00e4ren, aufkl\u00e4rungsbedu\u0308rftigen Schu\u0308lern. Das Gefu\u0308hl, moralisch defizit\u00e4r zu sein und vor dem vermeintlich moralisch u\u0308berlegenen Lehrer u\u0308ber einen moralisch besetzten Gegenstand wie Antisemitismus sprechen zu mu\u0308ssen, fu\u0308hrt oft zu Abwehrreaktionen und Strategien des Dethematisierens seitens der Schu\u0308ler. Das Problem des Antisemitismus erscheint ihnen als von au\u00dfen angetragen, w\u00e4hrend der Lehrende au\u00dferhalb des Problems zu stehen vorgibt und sich nicht rechtfertigen muss.<br><br>P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen k\u00f6nnen diesem Problem entgegenwirken, indem sie diese Machtstruktur aufbrechen. So ist es zu empfehlen, bei Gelegenheit oder im Vorfeld der Diskussion u\u0308ber das Unbehagen zu sprechen, das das Thematisieren eines moralisch besetzten Gegenstands wie Antisemitismus oder der Schuld der Deutschen am Holocaust ausl\u00f6sen kann. (Welche Gefu\u0308hle sind damit verbunden? Was befu\u0308rchten die Teilnehmenden? Womit rechnen sie? Wie ist Antisemitismus an anderen Bildungsorten thematisiert worden?) Der Lehrende sollte dabei seine eigene Involviertheit thematisieren. Er kann u\u0308ber sein eigenes Unbehagen und seine eigenen Erfahrungen sprechen. Lehrerinnen und Lehrer k\u00f6nnen sich so zur Problematik positionieren. Das Problem erscheint nicht mehr nur als Problem der Schu\u0308ler, sondern als ein fu\u0308r die Gesamtgesellschaft relevantes.<br><br>Der Lehrende sollte sich jedoch dabei bewusst sein, dass er durch das Verlassen der moralisch u\u0308berlegenen Position auch an Souver\u00e4nit\u00e4t einbu\u0308\u00dft und seine eigene Sprecherposition relativiert.<br><br>(Vgl. Messerschmidt, Astrid: Selbstbilder, Emotionen und Perspektiverweiterungen in antisemitismuskritischen Bildungsprozessen. In: Widerspruchstoleranz: ein Theorie-Praxis-Handbuch zu Antisemitismuskritik und Bildungsarbeit \/ Hrsg.: Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. Berlin, 2013, S. 15 ff.)<\/p>\n\n\n\n<p>2) Thematisieren Sie nun wieder den Zeitstrahl und lassen Sie die Teilnehmenden die gew\u00e4hlten historischen Ereignisse anhand der in Schritt 2 herausgearbeiteten Begru\u0308ndungen zu den Schlussstrichforderungen u\u0308berpru\u0308fen. Fragestellung k\u00f6nnte zum Beispiel sein, welche Ereignisse auf dem Zeitstrahl mit den in den Statements genannten Begru\u0308ndungen als Kriterien noch Teil der deutschen Geschichte w\u00e4ren und welche herausgenommen werden mu\u0308ssten. In der Regel du\u0308rften nicht viele Ereignisse auf dem Zeitstrahl verbleiben. Dies kann in Gruppenarbeit mit anschlie\u00dfender Auswertung oder in offener Diskussion erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leiten Sie sp\u00e4testens jetzt in eine offene Diskussion u\u0308ber und besprechen Sie mit den Teilnehmenden, nach welchen Kriterien Ereignisse als Teil der eigenen\/deutschen Geschichte angesehen werden sollten und damit Thema in Gesellschaft und Bildung sein sollten. Lassen Sie zum Schluss die Teilnehmenden jeweils fu\u0308r sich eine eigene Definition finden, was zur eigenen\/deutschen Geschichte geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 15 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss stellen Sie die Frage, ob es heute noch wichtig ist, den Holocaust zu thematisieren und als eigene Geschichte anzunehmen. Die Teilnehmenden sollen diese Frage anhand ihrer eigenen Definition beantworten. Die Antworten sollten allerdings nicht abgefragt, sondern in einer offenen Runde diskutiert werden. Dies soll verhindern, dass sich ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin blo\u00dfgestellt fu\u0308hlt, und soll eine freiwillige Positionierung erm\u00f6glichen.<br>Eine alternative Fragestellung k\u00f6nnte sein, wie mit &#8222;negativ&#8220; besetzten Ereignissen der eigenen Geschichte umgegangen werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><i class=\"far fa-clock\"><\/i> 10 Minuten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachliche Einfu\u0308hrung Was ist sekund\u00e4rer Antisemitismus? 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