Hilfestellung Quellenkritik

Quellenkritisches Arbeiten

(Autorin: Susanne Voigt)

1. Zeitzeugeninterviews als Quelle (biographische Quellen):

  • Notiere alle wichtigen Informationen über den/die Interviewte/n z.B. Alter, Geburtsort, andere wichtige Lebensdaten.
  • Kläre unbekannte Begriffe z.B. Namen, umgangssprachliche Formulierungen. Schreibe auf von welchen Ereignissen berichtet wird.
  • Beruht das Erzählte auf eigene Erfahrungen oder auf Erzählungen anderer z.B. Familienangehöriger?
  • Arbeite den Inhalt hinsichtlich der Fragestellung heraus. Unterscheide dabei zwischen dem, was als Fakt dargestellt wird und den persönlichen Wertungen.
  • Gibt es evtl. Widersprüchliches zu den eigentlichen Kenntnissen des/der Interviewten.
  • Überlege auch wie Emotionen die Wahrnehmung eines Ereignis beeinflussen.
  • Beachte!

Zeitzeugenberichte sind immer subjektive Darstellungen, denn sie beziehen sich immer auf die jeweilige Wahrnehmung der erzählenden Person. Das heißt auch es handelt sich bei dem Erzählten um eigene persönliche Erfahrungen, welche die Interviewten rückblickend aus der Erinnerung erzählen. Notwendigerweise speichert das Gehirn nicht jede Einzelheit ab oder vergisst bestimmte Begebenheiten. Zusätzlich ist die Erinnerung auch beeinflusst vom heutigen Standpunkt des Erzählers.

2. Privatbriefe als Quelle (biographische Quellen):

  • Kläre unbekannte Begriffe z.B. Namen, umgangssprachliche Formulierungen.
  • Notiere alle wichtigen Informationen über den/die Verfasser/in und den/die Empfänger/in des Briefs. z.B. Alter, Geburtsort, andere wichtige Lebensdaten.
  • Überlege in welcher Beziehung Absender und Adressat zueinander stehen, z.B. Ehepartner, Freunde.
  • Überlege wann der Brief geschrieben wurde und von welchen Ereignissen er berichtet.
  • Arbeite den Inhalt hinsichtlich der Fragestellung heraus. Unterscheide dabei zwischen dem, was als Fakt dargestellt wird und den persönlichen Wertungen.
  • Gibt es evtl. Widersprüchliches zu den eigentlichen Kenntnissen des Verfassers bzw. der Verfasserin.
  • Überlege auch wie Emotionen die Wahrnehmung eines Ereignis beeinflussen.

3. Dokumente (Sachquelle):

z.B. amtliche Berichte, Anordnungen, offizielle Briefe, gerichtliche Urteile oder Aussagen

  • Notiere von wem und für wen das Dokument verfasst wurde.
  • Überlege zu welchem Zweck das Dokument entstanden ist.
  • Ordne die Quelle in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang ein.
  • Arbeite den Inhalt hinsichtlich der Fragestellung heraus.
  • Analysiere wie der Autor seine Intention verdeutlicht, z.B. sachlich, polarisierend, bewusst verschleiernd, emotional.