Fake News erkennen

„Man soll nicht alles glauben, was im Internet steht.“

(Abraham Lincoln)

Fachliche Einführung

Als Medien für Nachrichten und Informationen sind in den letzten zwanzig Jahren mehr und mehr die Sozialen Medien neben die klassischen Formate TV, Radio und Printmedien getreten und sind heute in dieser Funktion kaum noch wegzudenken. Diese Entwicklung bietet allerdings nicht nur Vorteile wie einen leichteren Zugang zu Informationen, eine größere Vielfalt an Perspektiven oder auch einen schwerer einschränkbaren Informationsaustausch, sondern auch einige Nachteile und Risiken. So wird es immer schwieriger für die Internetnutzer, aus der großen Flut an auf sie einströmenden Informationen die relevanten und seriösen Quellen herauszufiltern.
Viele Internetnutzer haben Probleme, seriöse Nachrichtenquellen und Meldungen von erfundenen oder absichtlich falsch dargestellten Meldungen, Clickbait-Webseiten oder auch Satireseiten zu unterscheiden. Schnell ist ein „Like“ gesetzt oder die Meldung sogar weiterverbreitet, oft ohne sich kritisch damit auseinandergesetzt zu haben. Doch eine freiere Informationsverbreitung bedarf auch einer größeren Verantwortung des Einzelnen.
Mit dem Modul sollen die Teilnehmenden darin geschult werden, Fake News von seriösen Nachrichten unterscheiden zu können und sich somit sicherer im „Informationsdschungel“ Internet zu bewegen.

Ziele:

  • Die Teilnehmenden sind sich des Problems von absichtlich falsch dargestellten oder frei erfundenen Meldungen – sogenannten Fake News – bewusst.
  • Die Teilnehmenden sind besser befähigt, Falschmeldungen, Fake News und Fake-News-Seiten im Internet zu erkennen.
AblaufMethodeMaterialZeitumfang
Einstieg Fake NewsEntscheidungsspiel– Beamer
– Vorbereitetes Bildmaterial
10 Minuten
Anregung zur Reflexion der Teilnehmenden über das eigene Verhalten im Internet und über Möglichkeiten des Umgangs mit Online-InformationenFragend-entwickelnde Methode– Tafel/Whiteboard25–30 Minuten
Zusammenfassung/Sicherung und Anwendung an einem EinzelbeispielRekapitulation
Fragend-entwickelnde Methode
– Vorbereitetes Bildmaterial
– Tafel/Whiteboard
10–15 Minuten

Ablauf:

1) Zum Einstieg wird den Teilnehmenden eine Reihe von Meldungen zum Beispiel in Form einer PowerPoint-Präsentation dargeboten. Die unterschiedlichen Meldungen bestehen dabei aus echten Meldungen wie Zeitungsartikeln oder Ähnlichem und aus sogenannten Fake News. Für die Fake News empfiehlt es sich, auf Seiten zuzugreifen, die sich explizit mit Fake News kritisch auseinandersetzen und diese dokumentarisch sammeln (zum Beispiel mimikama.at, hoaxmap.org oder der Hoax Info Service der TU Berlin).
Nun entscheiden die Teilnehmenden schnell, ob die Meldung wahr oder falsch ist. Abgestimmt wird, indem die Teilnehmenden durch das Klopfen auf den rechten Oberschenkel die Meldung als wahr oder durch das Klopfen auf den linken Oberschenkel als falsch einordnen. Nach jeder Abstimmung wird direkt aufgelöst, ob es sich um Fake News handelt oder nicht.

Für die einzelnen Teilnehmenden sollte möglichst nicht erkenntlich sein, wie andere in der Gruppe abgestimmt haben. Dies ist wichtig, um niemanden bloßzustellen und damit alle, unbeeinflusst von der Meinung anderer, zur Stimmabgabe zu motivieren. Die Abstimmung soll intuitiv und individuell erfolgen.

Nun kann danach gefragt werden, wie die Teilnehmenden ihre eigene Trefferquote einschätzen. Ziel ist es hier weniger, zu testen, wie gut die Gruppe die Meldungen einschätzt, sondern eher spielerisch in die Problemstellung einzuführen und eventuell bereits eine Selbstreflexion hinsichtlich der eigenen Beurteilungskompetenzen herbeizuführen.

10 Minuten

2) Im Anschluss gehen Sie in eine von Ihren Fragen geleitete Diskussion über und führen damit in die Problematik von Falschmeldungen, Fake News und Fake-News-Seiten im Internet ein. Ziel ist es hierbei, die Selbstreflexion der Teilnehmenden über das eigene Online-Verhalten anzuregen und bereits Möglichkeiten zur Beurteilung von Online-Meldungen anzusprechen.

Beispielfragen:

  • Wie verhaltet ihr euch, wenn euch eine Meldung, zum Beispiel bei Facebook oder Twitter, erreicht?
  • Wann klickt ihr auf „Gefällt mir“, wann teilt ihr die Meldung, wann klickt ihr auf den Link?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, herauszufinden, ob eine Meldung ernst gemeint, Satire oder gar Fake ist?

Halten Sie die Ergebnisse in einer Tabelle fest bzw. lassen Sie die Ergebnisse zusammentragen.

Hinweise auf Fake NewsMöglichkeiten der ÜberprüfungVerhalten im Internet

Die Beispieltabelle (siehe unten) kann Ihnen helfen, einen Überblick über mögliche Strategien im Umgang mit Fake News zu erhalten, und kann als Orientierung für Sie in der Diskussion und beim Sammeln der Diskussionsergebnisse dienen. Dabei geht es nicht unbedingt um Vollständigkeit, sondern darum, Denkprozesse und eine Reflexion darüber anzuregen, wie man mit Informationen im Internet umgehen sollte. Dennoch bietet es sich an, dass Sie gegebenenfalls die Tabelle zum Schluss um fehlende Punkte ergänzen. Das bietet sich vor allem an, wenn:

  • bei den Teilnehmenden noch Fragen offen sind,
  • Punkte, die Ihnen besonders wichtig erscheinen, noch fehlen,
  • Sie noch Zeit haben.

25-30 Minuten

Beispieltabelle:

Hinweise auf Fake NewsMöglichkeiten der ÜberprüfungVerhalten im Internet
Keine seriösen Angaben im Impressum oder fehlendes Impressum der SeiteImpressum überprüfen;
mit Domain vergleichen
Sich erst einmal eine Seite anschauen. Wer schreibt hier überhaupt? Ist es ein Blog (Meinung) oder eine seriöse Presseseite?
Überspitzte und polemische Darstellung und Zitate (keine umsichtigen Erklärungen, kaum belastbare Quellen, verkürzte Darstellung)Schauen, ob eine Internetseite auf Portalen auftaucht, die sich mit dem Aufdecken von Falschmeldungen beschäftigen, bzw. ob die Meldung auf diesen Portalen auftaucht
(zum Beispiel mimikama.at, snopes.com,
mywot.com, bildblog.de).
Seiten/Meldungen mittels Portalen, die sich mit Fake News beschäftigen, überprüfen, bevor man eine Meldung teilt.
Meldung taucht bei anderen Seiten nicht auf oder immer im gleichen Wortlaut (Copy and Paste).Mit Nachrichtensuchfunktion von Suchmaschinen überprüfen, ob die Meldung auch bei etablierten Medien auftaucht.Den Text der Meldung genau lesen und gegebenenfalls angegebene Quellen recherchieren.
Zitate und Quellen werden nicht überprüfbar angegeben. Erfundene oder nicht nachvollziehbare Institutionen oder Personen werden angeführt.Bilder mit zum Beispiel Google Bildersuche überprüfen (so kann man erkennen, ob Bilder bereits in anderem Zusammenhang aufgetaucht sind oder ob sie manipuliert wurden).Fake News bei den einschlägigen Portalen melden.
Fake News behandeln häufig Themen, die aus dem Alltag gegriffen sind, und fordern den Leser auf, aktiv zu handeln. Sie beinhalten zum Beispiel die explizite Aufforderung, die Meldung zu teilen.Inhaltlicher Gegencheck: Überprüfen, ob die Meldung auch bei anderen Medienportalen auftaucht. Wurde sie von verschiedenen Journalisten aufgearbeitet oder findet sich überall nur der gleiche Wortlaut?
Oft kann auch die Menge der Rechtschreibfehler ein Indiz sein.Text genau lesen. Gibt es die angegebenen Institutionen und Personen, die zitiert werden, überhaupt?

3) Fassen Sie die Ergebnisse der Diskussion noch einmal kurz zusammen und überprüfen Sie zum Abschluss die Ergebnisse anhand eines Beispiels. Beispielsweise können Sie eine Meldung aus dem Einstieg wählen, auf die besonders viele Teilnehmende „hereingefallen“ sind oder die stark polarisiert hat.

10-15 Minuten

Optional

Da es durchaus wichtig ist, zu verstehen, welchen Zweck Fake News für ihre Ersteller erfüllen, können Sie die Diskussion noch um eine Frage erweitern:

  • Welche Arten von Fake-News-Seiten gibt es?

Wir empfehlen folgende Kategorien (nach mimikama.at):

Fake/Hoax-News-WebseitenZielen auf die Leichtgläubigkeit der Leser, die keine Quellen überprüfen und Nachrichten plump teilen. Die Leser dieser Seiten zweifeln Fake News weder an noch wollen sie meist überhaupt diese Fake News anzweifeln. Meist werden nur Überschriften reflektiert, die der eigenen Meinung entsprechen. Der Begriff „postfaktisch“ kommt dem sehr nah.
Dazu zählen auch politische Seiten und Stimmungsmacher, denen es vor allem darum geht, bestimmte Themen oder Standpunkte in der Gesellschaft zu verbreiten, und die daher gezielt auf Fake News setzen.
Clickbait-WebseitenNehmen meist eine Geschichte mit wahrem Kern, greifen einen bestimmten Teilaspekt auf und dramatisieren diesen. Andere Aspekte werden vernachlässigt. Meist dienen die reißerischen Überschriften dazu, dass die Leser die Meldung anklicken, um so Werbeeinnahmen zu generieren. Sie dienen meist der Unterhaltung und sind kommerziell orientiert. Für Argumentationen sollte man sie wegen der "Teilbeleuchtung" eher vernachlässigen.
SatirewebseitenDienen der reinen Unterhaltung und sind meist (mindestens im Impressum) klar als Satire gekennzeichnet. Die Inhalte sind meist stark überdreht und dadurch als Satire erkennbar.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Gefördert vom
im Rahmen des Bundesprogramms