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Aula des Bertolt-Brecht- Gymnasiums, Lortzingstr. 1
Donnerstag 06.05.2021, 18.00 Uhr „Saul Ascher – jüdischer Spätaufklärer und Kämpfer gegen die Deutschtümelei“ Kaum ein Philosoph wurde in der frühnationalistischen Mobilisierung gegen die napoleonische Herrschaft so sehr angefeindet wie der jüdische Spätaufklärer Saul Ascher (1767 – 1822). So war es Ascher, der 1815 den Begriff der „Germanomanie“ prägte um mit ihm die unheilvolle Gleichsetzung von Christentum und Deutschheit zu kritisieren. Der Vortrag soll in das noch nicht systematisch er- schlossene Werk Aschers einführen und zu einem historisch-kritischen Blick auf Aschers politische Theorie beitragen, die seiner Zeit weit voraus war. Über den Referenten: Jakob Ole Müschen ist Politikwissenschaftler und arbeitet derzeit an seiner Promotion zum Staats- und Gesellschaftsbegriff bei Saul Ascher. Bitte melden Sie sich an unter E-Mail: ulbricht@hatikva.de, Sie erhalten dann den Zugangscode. Schnell sein lohnt sich, die Plätze sind begrenzt. _________________________________________________________________________ Mittwoch 19.05.2021, 18.00 Uhr 6.000 Säulen, 50.000 Taler und eine ganze Thora. Bekanntes und (viel mehr) Unbekanntes zum „Juden-Cabinet“ im Wallpavillon des Zwingers Im architektonisch aufwändigsten Pavillon des Dresdner Zwingers wurde ab den 1730er Jahren das „Juden-Cabinet“ aufgestellt. Besucher*innen des Zwingers konnten dort ein Jahrhundert lang durchaus Ungewöhnliches besichtigen: u.a. ein imposantes, detailreiches Modell des biblischen Tempels und eine mit allen Ritualgegenständen des zeitgenössischen Judentums ausgestattete Synagoge. Beides – Tempelmodell und nachgestellte Synagoge – wurden durch Friedrich August I. (August den Starken) erworben. An einem protestantischen Hof mit einem katholischen Herrscher entstand damit eine Art „jüdisches Museum“ – und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Juden Dresdens selbst keine eigene öffentliche Synagoge bauen durften. 2010 fand vor Ort im Wallpavillon und im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes die Kabinettausstellung „Fragmente der Erinnerung. Der Tempel Salomonis im Dresdner Zwinger“ statt, die den Spuren des barocken Tempelmodells und diesem außergewöhnlich frühen Visualisierungsansatz des jüdischen Rituallebens nachging. Neue Funde seitdem zeigen, dass gerade die nachgestellte Synagoge im Zwinger eine Resonanz an mehreren europäischen Orten in der Mitte des 18. Jahrhunderts gefunden hatte. Der reich illustrierte Vortrag dokumentiert diesen weiteren Werdegang und versucht, die offenen Fragen um die noch relativ unbekannte Episode zum frühen Sammeln und Ausstellen von „Judaica“ und zur Bau- und Sammlungsgeschichte des Zwingers aufzuzeigen. Vortrag von Dr. Michael Korey, Oberkonservator des Mathematisch-Physikalischen Salons der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Mit einem Kommentar von Laurie A. Stein, Provenienzforscherin Link zur Veranstaltung: https://zoom.us/j/94653628941?pwd=ZUNGK1ptWFFVT1BTcnhDMlczZUtrdz09 _________________________________________________________________________ Donnerstag 20.05.2021, 18.00 Uhr Margret Rasfeld „Schule neu denken“ Die notwendige gesellschaftliche Transformation erfordert ein Bildungssystem, das kreative mutige Weltbürger*innen hervorbringt. Junge Menschen müssen fähig sein, mit Unsicherheiten, Komplexitäten, disruptiven Veränderungen umgehen zu können. Sie sind solidarisch, lösungs- statt routineorientiert und verantwortungsbewusst. Dies erfordert einen Paradigmenwechsel im Bildungssystem, formuliert im Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dazu braucht es Visionen, Partizipation, die Zusammenarbeit vieler Menschen und Organisationen, den Mut zum Handeln und Lernformate wie den Frei-Day. Margret Rasfeld ist Schulleiterin, Bildungsinnovatorin, Referentin, Autorin, Vernetzerin von Ideen und Menschen und Inspirateurin für eine zukunftsfähige Lernkultur. Gründerin von Schule im Áufbruch. www.margret-rasfeld.de * www.schule-im-aufbruch.de* www.frei-day.org ________________________________________________________________________